
Wiegenmadaille
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Was ist eine Wiegenmadaille?
Die Wiegenmadaille wird nicht getragen. Sie wird am Gitterbett oder über der Wiege aufgehängt, in Augenhöhe des Kindes. Dieser Unterschied in der Verwendung ist entscheidend bei der Wahl: Anders als eine Tauf-Medaille, die von Anfang an an einer Kette getragen wird, kann die Wiegenmadaille einen großzügigeren Durchmesser haben, oft zwischen 25 und 35 mm, da sie nie mit der Haut des Neugeborenen in Berührung kommt.
Das Objekt bleibt ein Klassiker der französischen Goldschmiedekunst, das bei der Geburt oder Taufe geschenkt wird, meistens von den Großeltern. Es begleitet das Kinderzimmer über Jahre hinweg, lange nachdem die Feier vorbei ist, was eine detailliertere Gravur und Prägung rechtfertigt als bei einer Medaille, die unter einem Hemdkragen verborgen bleibt.
Ein besonderes Stück in der Taufschmuckkunst
Sie wird manchmal mit einem Armband mit Medaille oder einem Panzerarmband verwechselt, aber die Wiegenmadaille gehört zu einer anderen Familie: den Geburtsgeschenken, die eher zur Dekoration als zum Körperschmuck bestimmt sind. Sie wird immer mit einem Band oder einer Schnur kombiniert, nie mit einer Halskette.
Das Motiv je nach Vorname oder Familienfrömmigkeit wählen
Drei Motivfamilien dominieren diese Art von Medaille. Die Jungfrau mit dem Jesuskind bleibt die meistverlangte für eine Geburt: Sie verkörpert die Mutterschaft und wird oft im Hinblick auf den Namen der Mutter oder Großmutter gewählt. Dann kommt der Schutzengel, dargestellt allein oder begleitend ein schlafendes Kind, eine Ikonografie, die direkt mit der Schutzfunktion des Objekts verbunden ist. Heiligenpatrone vervollständigen die Wahl, wenn der Name des Kindes eine bestimmte Figur nahelegt: die heilige Theresia vom Jesuskind, der heilige Joseph, oder seltener ein lokaler Heiliger aus der Familientradition.
Die wunderbare Medaille, ein historischer Anhaltspunkt
Unter den Marienmedaillen hat die wunderbare Medaille einen genauen Ursprung: Ihr Motiv geht auf die Erscheinung zurück, die Katharina Labouré 1830 in der Rue du Bac in Paris berichtete. Dieser historische Bezug erklärt, warum die Darstellung – die Jungfrau stehend auf der Weltkugel, die Hände offen – seit fast zwei Jahrhunderten bei den meisten Abbildungen unverändert bleibt. Das ist eine sichere Wahl, wenn die Familie ein eindeutig erkennbares Marienbildnis sucht.
Engel und Schutzfiguren
Für Familien, die eine weniger an einen bestimmten Kult gebundene Ikonografie bevorzugen, bieten Engel-Medaillen und Medaillen der Jungfrau mit Kind ein sanfteres Register, das sich auf den Schutz des Kindes konzentriert, anstatt auf eine Episode der Marienverehrung.
Material, Größe und Gravur
Massivsilber dominiert diesen Bereich der Goldschmiedekunst, fast immer in 925er Sterlingqualität, ein Garant für Haltbarkeit eines Objekts, das über Jahre hinweg ohne besondere Pflege an Ort und Stelle bleibt. Das Gewicht variiert je nach Durchmesser und Prägestärke: Eine Medaille von 30 mm aus Massivsilber wiegt in der Regel zwischen 8 und 15 Gramm, erheblich mehr als eine Tauf-Medaille an der Kette, deren Gewicht zum Tragekomfort begrenzt bleibt.
Ein Durchmesser für die Aufhängung, nicht für den Hals
Der Durchmesser wird zuerst je nach Aufhängungsort gewählt: Eine Gitterstange eines Babybettes trägt mühelos eine Medaille von 30 bis 35 mm, während ein engerer Raum, wie der Bügel einer Wiege, eher auf ein Modell von 20 bis 25 mm hinlenkt. Diese Formenfreiheit ist genau das, was die Wiegenmadaille von getragenen Silberschmuck unterscheidet, die durch die Körperform des Kindes eingeschränkt sind.
Die Gravur auf der Rückseite, eine verbreitete Praxis
Die Rückseite einer Wiegenmadaille wird traditionell mit dem Vornamen und dem Geburts- oder Taufdatum graviert. Die verfügbare Fläche auf einem Durchmesser von 25 bis 30 mm ermöglicht in der Regel zwei Zeilen lesbaren Text, gegenüber einer kurzen Zeile bei kleineren Formaten. Diese Inschrift verwandelt das Objekt in einen historischen Bezugspunkt, der Jahre später in einer Erinnerungskiste gefunden wird, lange nachdem die Medaille die Wiege verlassen hat.
