
Verlobungsring
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Verlobungsring: der Stein vor allem
Der Verlobungsring ist das erste sichtbare Zeichen eines Engagements, täglich über Jahre hinweg getragen, noch bevor der Ehering kommt. Die Wahl hängt von drei konkreten Faktoren ab: der Stein, das Metall der Fassung und die Art der Fesselung. Der Diamant-Solitär bleibt das am meisten nachgefragte Modell, aber farbige Steine wie Smaragd, Saphir oder Rubin verführen durch ihre Farbe und ihre eigene Geschichte.
Der Diamant und die 4C-Regel
Ein Diamant wird nach vier technischen Kriterien bewertet, bekannt als die 4C: Karat (Gewicht), Schliff (cut), Farbe (color) und Reinheit (clarity). Ein Karat entspricht 0,20 Gramm; ein Diamant von 1 Karat wiegt also 0,20 g, unabhängig von seiner visuellen Größe, die auch von der Schliffform abhängt (rund, oval, Kissen, Smaragdschliff). Die Farbe wird auf einer Skala von D (völlig farblos) bis Z (gelbstichig) bewertet: Je näher der Buchstabe an D liegt, desto wertvoller ist der Stein. Die Reinheit wird nach der Anzahl und Größe der Einschlüsse beurteilt, die unter 10er-Vergrößerung sichtbar sind: Je weniger es gibt, desto höher die Reinheitseinstufung des Diamanten.
Der weiße Diamant dominiert den Markt für Verlobungsringe, ist aber auch in gelblichen oder rosafarbenen Tönen erhältlich, die seltener und daher bei gleichwertiger Qualität kostspieliger sind. Für ein kontrolliertes Budget bleibt ein Diamant der Farbe J oder K mit einer Reinheit SI (leicht eingeschlossen) für das bloße Auge makellos, während er zugänglicher ist als ein Diamant D-IF.
Der Solitärring – eine zeitlose Wahl
Der Solitär – ein einzelner Stein in einer Krappenfassung auf einem feinen Ring – bleibt die im Alltag am häufigsten getragene Form: diskret, leicht später mit einem Diamant-Ehering zu kombinieren und unauffällig für eine aktive Hand. Seine scheinbare Größe hängt von dem gewählten Karat ab, aber auch von der Ringbreite: Eine feine Fassung lässt den Stein imposanter wirken als eine breite Fassung.
Farbige Steine: Smaragd, Saphir, Rubin
Der Smaragd – grün und zerbrechlich
Der Smaragd gehört zur Familie der Berylle, wie auch der Aquamarin, aber seine grüne Farbe stammt von Spuren von Chrom oder Vanadium, die während seiner Bildung vorhanden waren. Es ist ein weiches Mineral, zwischen 7,5 und 8 auf der Mohs-Härte-Skala – zum Vergleich: Diamanten haben 10 – und anfällig für Stöße: Er wird fast immer im rechteckigen Schliff mit abgeschrägten Kanten geschliffen, eine Form namens „Smaragdschliff”, die seine empfindlichsten Kanten schützt.
Der Saphir – blau und widerstandsfähig
Saphire und Rubine sind beide Korunde; nur die Färbung ändert sich je nach den bei der Kristallbildung vorhandenen Elementen – Eisen und Titan für das Saphir-Blau, Chrom für das Rubin-Rot. Mit einer Härte von 9 auf der Mohs-Skala kann der Saphir ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen getragen werden. Der Ring, den Prinz Charles 1981 an Diana Spencer verschenkte – ein Saphir aus Ceylon, umgeben von Diamanten –, den Prinz William 2010 bei seinem Antrag an Kate Middleton erneut verwendete, hat die Nachfrage nach diesem Stein weit über das klassische Blau hinaus angekurbelt: Der Saphir ist auch in Rosa, Gelb oder Violett erhältlich, mit Preisen, die je nach Farbintensität stark variieren.
Der Rubin – rot und selten
Der Rubin in der sogenannten „Taubenblut”-Qualität – intensives Rot ohne Orange- oder Violettstich – gehört zu den pro Karat am meisten gesuchten Farbsteinen, manchmal sogar vor bestimmten Diamanten. Seine Härte, vergleichbar mit der des Saphirs, macht ihn zu einer soliden Wahl für den täglichen Verschleiß ohne Risiko von Kratzern.
Metall und Fassungsart
Drei Metalle machen die Mehrzahl der Verlobungsring-Fassungen aus: Gelbgold 18 Karat (750/1000 Feingold), Weißgold 18 Karat (Legierung mit Rhodium für seinen silbernen Glanz) und Platin, dichter und verschleißfester, aber auch schwerer zu tragen im Alltag. Die Fassungsart verändert das Aussehen des Steins: In einer Krappenfassung fängt er mehr Licht ein; in einer geschlossenen Fassung ist er rundum geschützt – eine gute Wahl für aktive Hände; beim Pavé-Schliff bedecken kleine Diamanten den Ring um den Zentralstein. Ein passender Damen-Ehering wird oft in demselben Metall ausgewählt, um ihn ohne Farbton-Kontrast zu tragen.
- Krappenfassung: maximales Licht auf dem Stein, geringerer Stoßschutz
- Geschlossene Fassung: Stein von Metall umgeben, verstärkter Schutz, reduzierte Seitenleuchtung
- Pavé-Schliff: Ring bedeckt mit kleinen Diamanten, Volumeneffekt um den Zentralstein
Nach dem Heiratsantrag: An den Ehering denken
Der Verlobungsring geht dem Ehering um mehrere Monate, manchmal Jahre, voraus: Das für den ersten Stein gewählte Metall bestimmt oft auch das des zweiten. Ein Damen-Ehering aus Weißgold passt natürlich zu einem Solitär aus demselben Metall, während ein Herren-Ehering hauptsächlich nach Breite und Tragekomfort gewählt wird, unabhängig vom Ring der Verlobten. Manche Paare bestellen beide Ringe zusammen, um eine absolut identische Goldtönung zu garantieren – ein Detail, das besonders im Tageslicht sichtbar wird und unangenehme Überraschungen bei der Zeremonie vermeidet.